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15.10.2014
, Remscheid
Kampf gegen Adipositas in Remscheid auf höchster Ebene
Adipositas Zentrum wächst kontinuierlich

In Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt rund 51% der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig und 15% adipös, mit steigender Tendenz. Um diesem immer wichtiger werdenden medizinischen und gesellschaftlichen Thema gerecht zu werden, hat das Sana-Klinikum Remscheid bereits im Oktober 2012 die Abteilung Adipositas- und Metabolische Chirurgie als eigenständige Fachrichtung etabliert. In der kürzest möglichen Zeit wurde die Abteilung Ende 2013 als erste Klinik im Bergischen Land zum Kompetenzzentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie zertifiziert. In enger Zusammenarbeit mit dem Sana Adipositaszentrum NRW, mit Sitz in der Dünkeloh-Klinik, wurden spezielle Programme erarbeitet und das Konzept „Adipositas" bis heute kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Sana Adipositaszentrum NRW ist der erste Ansprechpartner und bietet ein umfassendes therapeutisches und medizinisches Spektrum. Hier werden Betroffene nicht nur beraten, sie bekommen auch individuelle Hilfe bei Anträgen und der Erarbeitung von Therapieplänen. Die konservative Behandlung der Adipositas in Form eines multimodalen Behandlungsprogramms ist für die Dauer von sechs Monaten bis zu einem Jahr konzipiert und besteht aus verschiedenen Therapieformen, die sich auf die ganzheitliche Wahrnehmung des Patienten beziehen. Die Teilnahme an diesem Programm dient gleichzeitig als Grundlage, sich auf eine mögliche bariatrische Operation vorzubereiten. „Durch die enge Vernetzung können wir unseren Patienten eine Rundum-Versorgung von der Antragsstellung bis zur Nachsorge bieten, werden aber auch dem Wunsch nach konservativen Methoden gerecht", erklärt Dr. Thomas Sonnenberg, Chefarzt der Abteilung. Hier spielt auch die Verzahnung mit dem Sana-MVZ in der Dünkeloh-Klinik eine wichtige Rolle. „Unsere Patienten haben kurze Wege und profitieren von der hohen medizinischen Kompetenz", sagt Andreas Flüs, Leiter und Koordinator des Adipositaszentrums NRW. Neben den Chirurgen stehen dem Team auch Diabetologen, Psychologen, Physiotherapeuten und Ernährungsberater zur Verfügung, die für jeden Betroffenen eine individuelle Therapie erarbeiten. „Und dies gilt nicht nur in der Vorbereitung oder bei der geplanten Operation. Auch in der Nachsorge betreuen wir unsere Patienten ganzheitlich. Oftmals noch bis zu drei Jahren nach der Operation", ergänzen Sonnenberg und Flüs.


Wenn mit den konservativen Methoden kein ausreichender Therapieerfolg erzielt wird, ist eine Operation oft die letzte Chance für einen dauerhaften Erfolg. Seit fast zwei Jahren ist die Abteilung für Adipositas- und Metabolische Chirurgie unter der Leitung von Dr. Thomas Sonnenberg nun am Sana-Klinikum Remscheid tätig und ist die erste Klinik für Adipositas- und Metabolische Chirurgie in Deutschland. In dieser Zeit konnten rund 300 Eingriffe vorgenommen werden. „Bei den operativen Eingriffen können verschiedene Verfahren wie Magenband, Magenballon, Schlauchmagen, Magenbypass angewendet werden. Alle OP-Methoden führen zu einer Verkleinerung des Magenvolumens und somit zu einem frühzeitigen Sättigungsgefühl", so Dr. Thomas Sonnenberg. Damit ist in den meisten Fällen eine Gewichtsreduktion gewährleistet, erklärt Sonnenberg. Auch für ihn hört die Versorgung und Begleitung der Patienten nicht mit dem operativen Eingriff auf. „Natürlich nehme ich auch an den Treffen der verschiedenen Selbsthilfegruppen teil. So halten wir auch den Kontakt zu den Operierten und können auch hier weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Aber natürliche sehe ich hier auch die tollen Fortschritte der Betroffenen – und das ist für mich der größte Erfolg", freut sich Sonnenberg.

Von Betroffenen für Betroffene

Ein wichtiger Baustein auf dem langen Weg hin zum Wunschgewicht ist die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen. Auch hier ist das Remscheider Konzept bisher einzigartig in der Region.

„Wir wollen gemeinsam etwas tun und uns gegenseitig motivieren!" heißt die Devise der beiden Selbsthilfegruppen, die sich in regelmäßigen Abständen im Sana-Klinikum Remscheid treffen. Die Besonderheit der Gruppen liegt darin, dass es sowohl eine allgemeine Selbsthilfegruppe als auch eine Gruppe für bereits operierte Patienten gibt. So kann eine Rundum-Versorgung erfolgen.

In der allgemeinen Selbsthilfegruppe befinden sich Menschen, die ihr Übergewicht auf konventionellem Wege bekämpfen wollen oder bereits einen OP-Termin haben. Die Gruppe der Operierten hat den Eingriff bereits hinter sich. „Unsere Aktivitäten richten sich dabei auf eine gemeinsame Bewältigung der Krankheit Adipositas. Die Teilnehmer tauschen sich aus und geben sich auch gegenseitig Hilfestellung", erklärt Andreas Flüs, der als Betroffener die Selbsthilfegruppe 2010 mit ins Leben gerufen hat.  

„Wir sehen unsere Aufgabe darin, die eigenen Erfahrungen weiterzugeben und die Menschen auf ihrem Weg zum Wunschgewicht mit Rat und Tat zu begleiten. Von den Teilnehmern hören wir immer wieder, dass es sich gemeinsam besser abnehmen lässt, denn in der Gruppe steigt die Motivation", fügt Flüs hinzu. Im Angebot der Selbsthilfegruppen stehen unter anderem Gruppengespräche, Ernährungsberatung, gemeinsame Sportangebote und die Unterstützung bei den gängigen OP-Methoden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Teilnahme sogar das psychologische Gutachten bei der Antragsstellung für eine Operation ersetzten.

 

Hinweis:

Die allgemeine Selbsthilfegruppe trifft sich jeden 3. Dienstag im Monat, die Gruppe der Operierten jeden 4. Dienstag im Monat. Alle Treffen finden im Sana-Klinikum Remscheid im Raum hinter der Info statt. Die Teilnahme an den beiden Selbsthilfegruppen ist kostenfrei, eine Anmeldung muss nicht erfolgen.

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